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"Aber alle am Springen" - ein Kraftklub-Konzertbericht

Eine Konzertreview zum Kraftklub-Konzert am 10.11.22 in Kiel von Franka Lehmann

credits: Philipp Gladsome

Schon Stunden vor Einlass tummelten sich zahlreiche Fans voller Merch mit dem auffälligen K vor der Wunderino Arena in Kiel: Nach Release des Albums „Keine Nacht für Niemand“ im Jahr 2018 hatte die Hauptstadt Schleswig-Holsteins am 10. November die Ehre, Schauplatz vom Auftakt der Kargo-Tour zu sein.


Nach geduldigem Warten im ausverkauften Stehplätzebereich, startete das Konzert direkt mit einem Highlight für alle im Publikum, die über ihre Kraftklubliebe hinaus eine Schwäche für gute Musik haben: Für die ersten Shows war die chemnitzer Band Power Plush Support und sorgten in coolen Outfits und mit guten Vibes für einzigartige Stimmung und lieferten dabei einen kleinen Ausblick auf das kommende Debütalbum "Coping Fantasies".

Als nach kurzer Zeit dann die sehnlichst erwartete Band mit dem K auf der Bühne stand und der Vorhang sich langsam auf geheimnisvolle Weise erhob, wurde das Publikum von einem dichten Nebel überrascht, der das langsame Erscheinen der Fünf umso epischer machte.

Wie wahrscheinlich jeder bestätigen kann, der schon mal Zeuge einer ihrer Live Auftritte werden durfte, war die Atmosphäre wie zu erwarten einzigartig und absolut elektrisierend. Auch wenn so manche:r eine Bierdusche aus der tanzenden Menge abbekam und ständig im Moshpit verlorene Handys und Portemonnaies an die Security nach vorne gereicht wurden, ist es genau das, was für mich ein Kraftklubkonzert ausmacht: Es fühlt sich gemeinschaftlich und befreiend an, wenn das gesamte Publikum springend jedes Lied mitfühlt und in Ekstase verfällt. Und nicht nur das Publikum - die Stimmung in der Band war auch unvergleichlich, auch als sie zum x-ten Mal in ihrer Karriere „Songs für Liam“ anstimmten, hätte man denken können, sie spielen ihren Kassenschlager zum allerersten Mal.

Über zwei Stunden standen Kraftklub auf der Bühne und hätten keine bessere Show liefern können - vom neuen Album „Kargo“ wurde nicht ein Lied ausgelassen. Bei ihrem Hit „Kein Gott, kein Staat, nur Du“, dessen Original von Mia Morgan gefeatured wurde, sorgten Power Plush für grandiose Live-Unterstützung. Das Bühnenbild wurde mehrmals verändert, von Minimalismus mit effektvollen Scheinwerfern bis hin zum riesigen erleuchteten, roten ‚K’.


Auch von den zwei ersten Alben wurde eine breite Auswahl gespielt, langjährige Fans konnten sich also an ihren alten Lieblingen in Liveversion erfreuen. Mein persönliches Highlight war das Glücksrad, das unverzichtbarer Teil der Kraftklub Konzerte geworden ist. Auf diesem stehen neben der Zigarettenpause als Alternative verschiedene Songoptionen, die ursprünglich nicht auf dem Plan standen. Zur Auswahl standen ein Kover-Song, "Scheissindiedisko" vom Album „Mit K“, das laut der Band aus einer Art spätpubertären Experimentierphase stammt und der unveröffentlichte Song „Irgendeine Nummer“. Wie immer durfte ein Fan aus dem Publikum die Rolle der Glücksfee einnehmen und erfülte mir so einen langjährigen, sehnsüchtigen Wunsch: „Irgendeine Nummer“ live zu erleben.


Spätestens als dann überraschenderweise doch noch ein Cover zu „I Love it“ von Icona Pop und Charli XCX gespielt wurde und dafür auf einmal die Jungs von Leoniden auf der Bühne standen, waren sich alle einig: ein Konzert von Kraftklub lohnt sich immer, auch wenn man für die Karte sein letztes Hemd verkaufen muss.



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